Es gibt Orte, die vergisst man nie wieder. Für mich ist der Milford Sound in Neuseeland so ein Ort. Mein Sehnsuchtsort, ehrlich gesagt.

Das Foto, das ich später zu einem Stickmuster gemacht habe, ist auf einem Roadtrip entstanden. Ein Freund aus Deutschland hatte nach einem Telefonat spontan beschlossen, mich im nächsten Monat in Neuseeland zu besuchen. Er ist leidenschaftlicher Vogelbeobachter und hat sich dort entsprechend wohlgefühlt.

Wir sind beide mit unseren Spiegelreflexkameras durch die Gegend gezogen und haben fotografiert, was das Zeug hielt.

Am Milford Sound habe ich dann aber irgendwann die Kamera weggelegt. Das Foto war längst im Kasten, und trotzdem bin ich noch lange einfach dort sitzen geblieben. Es war ruhig. Nicht viele Touristen, nur ab und zu eine Propellermaschine, der Leute zum Sightseeing über den Fjord flog. Ansonsten hörte man Wasservögel plätschern, ein paar Boote in der Ferne und hin und wieder einen Fisch, der an die Oberfläche kam. Das Licht in Neuseeland ist anders als bei uns – irgendwie heller, klarer. Der Himmel war strahlend blau, und das Wasser hat in der Sonne gefunkelt. Ich habe tiefe Ruhe gespürt, Freude, Ausgeglichenheit. Diesen Moment habe ich einfach auf mich wirken lassen.

Warum Neuseeland mir Geborgenheit gibt
Neuseeland gibt mir bis heute ein Gefühl von Geborgenheit, das ich schwer in Worte fassen kann. Es hat viel mit der Natur zu tun – und damit, dass das Land nicht so überladen ist von Menschen wie Europa oder die USA. Ein Samstag in der Innenstadt von Wellington fühlt sich an wie ein ganz normaler Wochentag in München. In München kann man samstags kaum einkaufen gehen, so voll ist es, alle drängeln sich. In Neuseeland ist selbst an bekannten Sehenswürdigkeiten und Touristenmagneten nicht dieses Gedränge, das man aus anderen Teilen der Welt kennt.
Und da ist noch etwas: Neuseeland liegt für viele Menschen unglaublich weit weg, und es passiert dort selten etwas Großes. Sicher hat auch dieses Land seine eigenen Probleme, aber es steht mit keinem anderen im Konflikt. Es ist eines der ersten Länder, das jeden neuen Tag begrüßt – und trotzdem hört man kaum je Nachrichten von dort. Stell dir mal vor, die USA wären das erste Land, das den Tag beginnt. Wie viele Neuigkeiten lägen dann schon auf dem Tisch, wenn wir in Europa aufwachen und die Morgennachrichten hören. Diese Stille, dieses Unaufgeregte, hat für mich etwas zutiefst Beruhigendes.

Wie aus der Reise eine Stickerei wurde
Nach meiner Zeit in Neuseeland habe ich noch jahrelang täglich an das Land gedacht. Ich habe es wirklich vermisst. Wann genau der Entschluss kam, meine Reisefotos zu sticken, weiß ich gar nicht mehr – die Idee war irgendwann einfach da. Ich glaube, ich wollte meine Reisen auf eine andere Art noch einmal erleben, und so entschied ich mich, meine schönsten Reisefotos zu sticken. Neuseeland war dabei ganz vorne mit dabei, und dieses eine Foto vom Milford Sound sowieso.
So ist das Milford-Sound-Stickmuster entstanden – mit den emporragenden Bergen, dem funkelnden Wasser und den Steinen am Ufer. Ich habe versucht, genau das einzufangen, was ich an jenem Tag am Ufer gespürt habe.

Bis heute war ich leider nicht mehr dort. Aber mein Partner – den ich übrigens damals in Neuseeland kennengelernt habe – und ich haben fest vor, irgendwann zurückzukehren. Vielleicht, wenn unsere Tochter etwas älter ist und so eine Reise zu schätzen weiß. Und ganz ehrlich: Ich träume regelmäßig davon, dass wir eines Tages ganz dorthin ziehen.
Falls du diesen besonderen Ort auch sticken möchtest, findest du das vollständige Stickmuster in meinem Etsy-Shop. Ich wünsche dir viel Freude dabei, diesen besonderen Ort mit Nadel und Faden entstehen zu lassen.



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