Vieles geht heute schnell und gleicht sich an - das Handgemachte nicht. Dieser Blog ist ein Ort für das Echte, das Greifbare, das Eigene – für kleine Werke mit Charakter und die Gedanken, Reisen und Einfälle, aus denen sie entstehen. Dieser Blog ist für alle, die das Langsame, das Selbstgemachte und ein bisschen Magie im Alltag lieben.

Letzte Beiträge:


  • Upcycle Brotkorb nähen – aus Stoffreste

    Upcycle Brotkorb nähen – aus Stoffreste

    Wer hat sie nicht im Schrank – alte T-Shirts, Blusen oder Bettlaken! Daraus lassen sich ganz wunderbare „neue“ Dinge machen. Ich stehe total auf Upcycling und schaue mich gern zu Hause um, was ich aus alten Sachen noch zaubern kann. Und so entstand die Idee, einen Brotkorb zu nähen – aus Stoffresten.

    Wie einfach das geht und was du alles dafür brauchst, zeige ich dir hier.

    brotkorb nähen final

    Material

    Zunächst brauchst du zwei bis drei alte T-Shirts, Gardinen, Laken, Blusen – oder was auch immer bei dir im Schrank nur noch Platz wegnimmt. Auch Stoffreste von vorherigen Nähprojekten funktionieren. Wichtig ist nur, dass der Stoff locker zu drehen ist und nicht zu fest oder zu hart.

    Die Stoffe dürfen gern bunt sein, Muster haben und auch schon kaputt sein.

    Brotkorb nähen - Stapel alter T-Shirts

    Außerdem brauchst du:

    • Eine Nähmaschine
    • Buntes Nähgarn
    • Eine Schere
    • Stecknadeln
    • Eventuell ein Bügeleisen

    Arbeitsaufwand: Je nachdem wie schnell du mit deiner Nähmaschine bist, brauchst du für den Brotkorb etwa eine Stunde.

    Brotkorb nähen aus Stoffresten – so geht’s

    1. Stoff zuschneiden

    Schneide deine Stoffe in gleich breite Streifen von etwa 4 bis 6 cm Breite. Je breiter die Streifen und je dicker der Stoff, desto dicker wird dein Brotkorb.

    Brotkorb nähen - Streifen zurecht schneiden

    Die Streifen dürfen ruhig fransig sein und auch kleine Löcher haben. Je mehr unterschiedliche Stofffarben du nimmst, desto bunter wird der Korb. Überleg dir vorher schon mal, in welcher Reihenfolge du die Streifen verwenden willst, damit ein schönes Muster entsteht.

    Brotkorb nähen -Garnauswahl

    2. Die Schnecke drehen

    Damit der Brotkorb einen guten Stand und Halt hat, drehst du zunächst von Hand eine Schnecke ein und steckst sie mit Stecknadeln fest. Das wird der Boden deines Körbchens.

    Brotkorb nähen - Schnecke drehen

    Geh dann an die Nähmaschine und wähle einen Zickzackstich. Nähe zunächst ein Kreuz über die Stoffschnecke und weite es dann zu einem Stern aus – das stabilisiert den Boden.

    Brotkorb nähen - Kreuz Stern zum-stabilisieren

    Die Stecknadeln steckst du seitlich hinein, dann kannst du einfach mit der Nähmaschine drüber nähen. Falls sich die Schnecke nach innen oder außen biegt, bügelst du einfach kurz drüber – so wird sie schön flach und bleibt gerade.

    Brotkorb nähen - Schnecke gerade bügeln

    3. Den Korb hochnähen

    Jetzt hast du den Boden vorbereitet. Drehe nun die Stoffreste im Uhrzeigersinn zu einer Kordel ein und befestige immer ein kleines Stück der Kordel mit einer Stecknadel an der Schnecke.

    Wähle an deiner Nähmaschine einen breiten Zickzackstich. Falls er zu schmal ist, kannst du die Stichbreite zusätzlich einstellen. Achte darauf, am Anfang und am Ende die Naht zu vernähen – also immer ein kleines Stückchen zurück und wieder vor.

    Nähe die Kordel an die Schnecke an und drehe sie dabei immer weiter. Je größer die Schnecke wird, desto einfacher geht das.

    Brotkorb nähen - nähen

    Wenn eine Kordel zu Ende ist, drehst du einfach eine neue in die vorherige ein und befestigst beides mit einer Stecknadel an der Schnecke. So rutscht nichts raus und du kannst ohne Unterbrechung weiternähen.

    Hier nochmal alle Schritte veranschaulicht:

    Brotkorb nähen - neue Kordel eindrehen

    4. Henkel annähen

    Dein Brotkorb ist fast fertig. Wenn du möchtest, nähst du jetzt noch zwei Henkel dran. Dafür drehst du die Kordel einfach weiter, befestigst sie aber nicht an der Schnecke, sondern nähst sie zunächst nur mit einem Zickzackstich zusammen. Wenn der Henkel lang genug ist, nähst du das Ende wieder an die Schnecke an und machst normal weiter.

    Brotkorb nähen - Hänkel annähen

    5. Säubern

    Es kann passieren, dass nicht alles gleichmäßig zusammengenäht ist und kleine Lücken im Körbchen sind. Kein Problem – einfach nochmal mit einem Zickzackstich drübernähen. Das fällt nachher gar nicht mehr auf.

    Brotkorb nähen - nähen

    Und fertig ist dein Brotkorb aus alten Stoffresten! Das Prinzip ist einfach und du hast aus alten Sachen etwas Neues geschaffen, das du täglich benutzen kannst. 🙂

    brotkorb nähen final

    Wenn du Fragen, Anregungen oder Kritik hast, hinterlass mir gern einen Kommentar.

  • Anleitung: Stickstiche French Knot und Turkey Work

    Anleitung: Stickstiche French Knot und Turkey Work

    Beim Sticken lernt man nie aus – mit jedem neuen Projekt kommen neue Techniken dazu. In diesem Beitrag stelle ich dir zwei Stickstiche vor, die ich immer wieder brauche und die deiner Stickarbeit einen ganz besonderen Effekt geben.

    Der erste ist der French Knot (französischer Knoten) – perfekt für kleine Blumen, Schafsfell oder Wölkchen. Der zweite heißt Turkey Work und eignet sich wunderbar, um Haare oder Gras zu sticken, die dann richtig plastisch und lebendig wirken.

    Zu beiden Stichen gibt es jeweils eine kurze Videoanleitung.

    French Knot sticken

    Der French Knot heißt vermutlich so, weil er ein bisschen aussieht wie die gleichnamige Frisur – und auch ähnlich gemacht wird.

    So geht’s: Wickle den Faden ein- bis zweimal um die Sticknadel. Stich dann neben der Ausgangsstelle ein, zieh den Faden straff von der Stickarbeit weg und durch den Knoten hindurch. Fertig ist ein kleiner, runder Knubbel auf dem Stoff. Damit lassen sich süße kleine Blumen sticken, flauschiges Schafsfell oder auch Wölkchen.

    Sticktechniken Türkischer Knoten und Französicher Knoten

    Je öfter du den Faden um die Nadel wickelst, desto größer wird der French Knot.

    Hier zeige ich dir die Technik auch nochmal im Video:

    Turkey Work

    Die zweite Technik wird oft zum Sticken von Haaren verwendet. Für Landschaftsstickereien eignet sie sich aber genauso gut – bei mir kommt sie vor allem für Gras zum Einsatz. Turkey Work ist nicht schwer, aber du brauchst ein wenig Geduld.

    Wie es genau funktioniert, zeige ich dir in diesem Video:

    Beide Stiche in der Praxis

    Mit diesen beiden Stickstichen habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen – sie eignen sich nämlich perfekt für meine Island-Schafe, die ich gestickt habe. French Knots und Turkey Work zusammen verleihen der Stickarbeit einen tollen 3-D-Effekt, der das Motiv richtig lebendig wirken lässt.

    Sticktechniken Turkey Work und French Knot final

    Wenn du Fragen zu den beiden Techniken hast, hinterlass mir gern einen Kommentar. Ansonsten wünsche ich dir viel Spaß beim Ausprobieren! 🙂

    Übrigens habe ich diese Island Schafe schon mal mit einer anderen Sticktechnik gestickt.

    Wickelstich fertig

    Den Beitrag dazu und wie es funktioniert, findest du hier.

  • Milford Sound Stickmuster – die Geschichte hinter meinem Sehnsuchtsort

    Milford Sound Stickmuster – die Geschichte hinter meinem Sehnsuchtsort

    Es gibt Orte, die vergisst man nie wieder. Für mich ist der Milford Sound in Neuseeland so ein Ort. Mein Sehnsuchtsort, ehrlich gesagt.

    Milford Sound

    Das Foto, das ich später zu einem Stickmuster gemacht habe, ist auf einem Roadtrip entstanden. Ein Freund aus Deutschland hatte nach einem Telefonat spontan beschlossen, mich im nächsten Monat in Neuseeland zu besuchen. Er ist leidenschaftlicher Vogelbeobachter und hat sich dort entsprechend wohlgefühlt.

    Vögel Neuseeland

    Wir sind beide mit unseren Spiegelreflexkameras durch die Gegend gezogen und haben fotografiert, was das Zeug hielt.

    Fotografin Judith

    Am Milford Sound habe ich dann aber irgendwann die Kamera weggelegt. Das Foto war längst im Kasten, und trotzdem bin ich noch lange einfach dort sitzen geblieben. Es war ruhig. Nicht viele Touristen, nur ab und zu eine Propellermaschine, der Leute zum Sightseeing über den Fjord flog. Ansonsten hörte man Wasservögel plätschern, ein paar Boote in der Ferne und hin und wieder einen Fisch, der an die Oberfläche kam. Das Licht in Neuseeland ist anders als bei uns – irgendwie heller, klarer. Der Himmel war strahlend blau, und das Wasser hat in der Sonne gefunkelt. Ich habe tiefe Ruhe gespürt, Freude, Ausgeglichenheit. Diesen Moment habe ich einfach auf mich wirken lassen.

    Flugzeuge über dem Milford Sound

    Warum Neuseeland mir Geborgenheit gibt

    Neuseeland gibt mir bis heute ein Gefühl von Geborgenheit, das ich schwer in Worte fassen kann. Es hat viel mit der Natur zu tun – und damit, dass das Land nicht so überladen ist von Menschen wie Europa oder die USA. Ein Samstag in der Innenstadt von Wellington fühlt sich an wie ein ganz normaler Wochentag in München. In München kann man samstags kaum einkaufen gehen, so voll ist es, alle drängeln sich. In Neuseeland ist selbst an bekannten Sehenswürdigkeiten und Touristenmagneten nicht dieses Gedränge, das man aus anderen Teilen der Welt kennt.

    Und da ist noch etwas: Neuseeland liegt für viele Menschen unglaublich weit weg, und es passiert dort selten etwas Großes. Sicher hat auch dieses Land seine eigenen Probleme, aber es steht mit keinem anderen im Konflikt. Es ist eines der ersten Länder, das jeden neuen Tag begrüßt – und trotzdem hört man kaum je Nachrichten von dort. Stell dir mal vor, die USA wären das erste Land, das den Tag beginnt. Wie viele Neuigkeiten lägen dann schon auf dem Tisch, wenn wir in Europa aufwachen und die Morgennachrichten hören. Diese Stille, dieses Unaufgeregte, hat für mich etwas zutiefst Beruhigendes.

    Ruhe und Frieden

    Wie aus der Reise eine Stickerei wurde

    Nach meiner Zeit in Neuseeland habe ich noch jahrelang täglich an das Land gedacht. Ich habe es wirklich vermisst. Wann genau der Entschluss kam, meine Reisefotos zu sticken, weiß ich gar nicht mehr – die Idee war irgendwann einfach da. Ich glaube, ich wollte meine Reisen auf eine andere Art noch einmal erleben, und so entschied ich mich, meine schönsten Reisefotos zu sticken. Neuseeland war dabei ganz vorne mit dabei, und dieses eine Foto vom Milford Sound sowieso.

    So ist das Milford-Sound-Stickmuster entstanden – mit den emporragenden Bergen, dem funkelnden Wasser und den Steinen am Ufer. Ich habe versucht, genau das einzufangen, was ich an jenem Tag am Ufer gespürt habe.

    Milford Sound Stickerei

    Bis heute war ich leider nicht mehr dort. Aber mein Partner – den ich übrigens damals in Neuseeland kennengelernt habe – und ich haben fest vor, irgendwann zurückzukehren. Vielleicht, wenn unsere Tochter etwas älter ist und so eine Reise zu schätzen weiß. Und ganz ehrlich: Ich träume regelmäßig davon, dass wir eines Tages ganz dorthin ziehen.

    Falls du diesen besonderen Ort auch sticken möchtest, findest du das vollständige Stickmuster in meinem Etsy-Shop. Ich wünsche dir viel Freude dabei, diesen besonderen Ort mit Nadel und Faden entstehen zu lassen.

    Milford Sound Stickerei
  • Blauwal Anhänger sticken

    Blauwal Anhänger sticken

    Mit kostenlosem Stickmuster

    Im Rahmen einer Instagram Challenge habe ich diese beiden Blauwale gestickt – und weil mir das Ergebnis so gut gefallen hat, gibt es hier eine kleine Bilder-Anleitung mit kostenlosem Stickmuster dazu.

    Blauwal Anhänger final

    Das Prinzip ist ähnlich wie beim Sticken von Schmuck-Anhängern aus Stoff – wer das schon kennt, wird sich hier schnell zurechtfinden.

    Materialliste zum Blauwal Anhänger

    Blauwal sticken -Materialliste

    Das Material ist überschaubar. Du brauchst Stickgarn in Grau- und Blautönen – einen hellen Ton für den Bauch des Wals und einen dunkleren für den Rest des Körpers. Außerdem schwarzes und weißes Stickgarn für die Augen.

    Dazu brauchst du:

    • Festeren Stoff wie Jeans, Kunstleder oder Filzplatten
    • Stickschere
    • Sticknadel
    • Stoffschere
    • Das kostenlose Stickmuster – hier herunterladen
    • Eine Schmuckzange
    • Schmuckzubehör je nach gewünschtem Ergebnis: Ketten, Verschlüsse, Ohrhaken, Ringe zum Verbinden usw.

    Arbeitsaufwand: Das hängt vor allem vom Stoff ab. Auf Filzplatten – die ich hier verwendet habe – lässt es sich deutlich leichter sticken als auf festem Stoff. Pro Wal habe ich etwa 45 bis 60 Minuten gebraucht.

    Anleitung

    Drucke das Stickmuster in der gewünschten Größe aus und schneide den Stoff zu. Damit der Wal am Ende fest und stabil ist, empfehle ich den Stoff doppelt zu legen.

    Befestige zunächst den Ring am Kopf des Wals, über den du ihn später mit Ohrhaken oder Kette verbindest. Fädel dafür den Faden in die Sticknadel, steche am oberen Ende des Stoffes ein, ziehe den Faden durch den Ring und wieder zurück in den Stoff – direkt neben der ersten Einstichstelle. Umwickle den Ring dann mit dem Stickgarn:

    Blauwal Anhänger sticken - Ring feststicken

    Bevor du mit dem eigentlichen Sticken beginnst, stickst du eine Hilfslinie auf den Stoff, die den Bauchbereich vom Rest des Körpers trennt. Das verbindet gleichzeitig die beiden Stofflagen und verhindert, dass sie beim Sticken verrutschen:

    Blauwal sticken - durchgehende Linie sticken

    Nun beginnst du mit dem Hauptteil des Wals – also dem dunklen Bereich. Steche am oberen Ende direkt am Ring ein, ziehe den Faden durch und steche direkt daneben wieder ein. So umrandest du den Rand des Stoffes und arbeitest dich Stück für Stück bis zur Schwanzflosse vor:

    Blauwal sticken

    Bei den Flossen – Rücken, Schwanz und Bauch – ist es wichtig, auch die Spitzen vollständig zu bedecken. Hier musst du etwas kreuz und quer sticken: mal von der Seite, mal von weiter oben, bis die Fläche geschlossen ist.

    Rückenflosse:

    Blauwal sticken -Rückenflosse sticken

    Schwanzflosse:

    Blauwal sticken -Schwanzflosse sticken

    Bauchflosse: Bevor du die Bauchflosse bestickst, stickst du zuerst den Bauchbereich mit der helleren Garnfarbe fertig und spare den Bereich für die Flosse dabei aus:

    Blauwal Anhänger -grauer Bauch zuerst sticken

    Dann bestickst du die Bauchflosse mit der dunklen Farbe:

    Blauwal Anhänger sticken -Bauchflosse sticken

    Zum Schluss kommen die Augen. Stich mehrmals mit schwarzem Garn ein, um einen dunklen Punkt zu erzeugen, und setze dann einen kleinen weißen Punkt mit weißem Garn darauf:

    Blauwal - Augen sticken

    Tipp: Lass den Faden immer unter der bereits bestickten Fläche verschwinden und schneide ihn mit der Stickschere kurz ab – so ist er kaum noch sichtbar. Dasselbe gilt, wenn du den Faden von einer Stelle zur nächsten führen möchtest. So vermeidest du unschöne Stiche auf der Rückseite:

    Blauwal Anhänger sticken - Nadel durchziehen

    Jetzt musst du nur noch mit der Schmuckzange eine Kette, einen Anhänger oder einen Ohrhaken anbringen – und fertig ist dein Blauwal!

    Blauwal sticken Anhänger

    Viel Spaß beim Sticken! Wenn du Fragen, Anregungen oder Kritik hast, hinterlass mir gern einen Kommentar. Und wenn du das Ergebnis teilen möchtest, tagge mich gern auf Instagram mit @theartisanswhisper. 🙂

    Und wenn du weitere tolle und hochwertige Stickmuster suchst, schau mal in meinem Etsy Shop vorbei.

    Möchtest du noch weitere Schmuck Ideen haben, schau mal hier:

  • Verzeifelte, sich festkrallende Katzen am Kühlschrank?

    Verzeifelte, sich festkrallende Katzen am Kühlschrank?

    Die Geschichte, wie es dazu kam

    Neulich habe ich in meinem neuen Etsy Shop eine neue Produktreihe veröffentlicht: Kühlschrankmagnete in Form von Katzen, die sich festkrallen, um nicht herunterzufallen.

    Wenn du sie auch so witzig findest wie ich, lies dir diese Geschichte zu ihnen durch.

    Ich liebe Katzen. Schon immer. Als ich noch bei meinen Eltern lebte, hatten wir immer eine oder mehrere Katzen im Haus. Das war so normal, wie für andere ein Auto vor der Tür.
    Alle waren was Besonderes aber unsere letzten beiden haben mir besonders viel bedeutet: Kitty und Napoleon.

    Die Geschichte von Napo und Kitty

    Napoleon (Kurzform: Napo) haben wir so genannt, weil er unsere Herzen gleich im Sturm erobert hatte. Er war so lieb, drollig und tollpatschig, dass man einfach keine Chance hatte, nicht sofort verfallen zu sein. Kitty war da ganz anders. Sie lief immer sehr elegant durchs Haus, wusste genau was sie wollte und wie sie es bekommt. Deshalb haben wir sie manchmal auch „Lady“ genannt. Ihr Fell war ein buntes Durcheinander aus Beige, Rot, Braun und Rosa. Napos Fell war grau-weiß-gestreift. Obwohl es Geschwister waren, war ihre Fellfarbe so unterschiedlich. Das hat mich schon immer am meisten an Katzen fasziniert.

    Zusammen haben die beiden uns – meine Eltern, mich und meinen damaligen Freund, täglich auf Trab gehalten. Sie haben uns meistens sehr zum Lachen gebracht und manchmal auch zur Verzweiflung getrieben, wenn sie wie verrückt durch die Wohnung getollt sind. Wer schon mal zwei Katzen zusammen hatte, weiß, wovon ich rede.

    Leider sind beide mittlerweile gestorben. Napoleon ist als junger Kater von einem Auto überfahren worden. Er war zu dem Zeitpunkt rollig und seine Hormone haben ihn etwas unvorsichtiger werden lassen, als es gut für ihn war. Kitty ist Jahre später ebenfalls von einem Auto erfasst worden.
    Ich war zu dem Zeitpunkt im Studium, über 700 km von zu Hause entfernt, und hatte in dieser Zeit kaum Gelegenheit gehabt, Zeit mit ihr zu verbringen. Meine Eltern haben mir ihren Tod erst etwas später erzählt, um mich nicht vom Lernen abzuhalten. Das war echt schlimm für uns. Meine Eltern haben sich danach gegen das Halten von Katzen entschieden, weil der Verlust jedes Mal zu groß war.

    Die Idee für diese Kühlschrankmagnete

    Seitdem lebe auch ich ohne Katze. Aber die Zuneigung zu Tieren ist geblieben. Eigentlich zu allem, was Pfoten hat und mit so viel Charakter durchs Leben stapft, dass man sich manchmal fragt, wie ein so kleines Wesen so viel Raum einnehmen kann.

    Irgendwann bin ich auf Pinterest auf ein Motiv gestoßen: eine Katze, die sich mit ausgestreckten Pfoten an etwas festkrallt und dabei schaut, als wäre es eine Frage von Leben und Tod. Den typischen Gesichtsausdruck, den jeder kennt, der je mit einer Katze zusammengelebt hat oder sich einfach genug Katzen-Content im Web anschaut. 😄
    Ich habe auf jeden Fall sofort an meine beiden Chaoten gedacht und musste diese Katzen unbedingt aus Ton nachbauen.

    Herausforderungen beim Modellieren

    Das Herausforderndste war weniger das Motiv an sich, sondern das Plastische: die angewinkelten Hinterbeine, der angespannte Körper, der wirklich so wirken musste, als würde die Katze sich festkrallen. Ich habe einfach so lange herumprobiert, bis es gepasst hat. Bei den Farben habe ich mich nicht lange aufgehalten – Katzen gibt es ja in allen möglichen Farben und Mustern, also habe ich einfach nach Lust und Laune gemacht. Dabei habe ich bestimmt viel an Napo und Kitty gedacht …

    Das ist also die Geschichte hinter diesen lustigen Kühlschrankmagneten. Wenn du also selbst eine Katze hast und genau weißt, wie dieser Moment aussieht, oder jemanden beschenken möchtest, der Katzen liebt, oder einfach morgens beim Kühlschranköffnen ein Lächeln brauchst – dann sind diese kleinen Magnete genau richtig für dich! 😄

    Und hier findest du sie in meinem Etsy Shop.

    Festkrallende Katzen als Kühlschrankmagnete
  • Wunderschöne Kettenanhänger aus Kork basteln

    Wunderschöne Kettenanhänger aus Kork basteln

    Kork ist ein erstaunlich vielseitiges Material – weit über seinen eigentlichen Zweck hinaus. Wer schon mal in Portugal war, weiß das: Portugal ist weltweit der größte Kork-Produzent, und besonders in Lissabon findet man Hüte, Portemonnaies und Schmuck aus Kork an jeder Ecke. Irgendwann hatte ich die Idee, Kork selbst zu besticken – zuerst als Ohrringe, dann als Kettenanhänger. Und das Ergebnis hat mich selbst überrascht.

    Korken Anhänger -fertig

    Wie du deine eigenen Kettenanhänger aus Korken basteln kannst, kannst du jetzt in diesem Beitrag lesen.

    Materialien

    Das Wichtigste ist der Kork selbst – ein normaler Weinkorken funktioniert gut. Entscheidend ist, dass er weich und grobfaserig ist, damit die Nadel problemlos eindringt.

    Korken Anhänger - Beschaffenheit testen

    Außerdem brauchst du:

    • Stickgarn in den Farben deiner Wahl
    • Eine Schere oder Stickschere
    • Kettelstifte in Gold, Silber oder Kupfer – oder alternativ Schmuck-Haken mit Gewinde zum Eindrehen
    • Ringe als Verbindungsstück (passend zur Metallfarbe)
    • Ketten und Kettenverschlüsse
    • Eine Schmuckzange oder Flachspitzzange
    • Ein scharfes Messer
    • Eine stabile Unterlage zum Zuschneiden
    • Eine stabile, aber dünne Sticknadel
    Korken Anhänger -benötigte Materialien

    Arbeitsaufwand: Je nach Umfang des Stickmusters etwa 1 bis 2 Stunden pro Anhänger. Das Zuschneiden selbst geht schnell.

    Kettenanhänger aus Korken basteln: So wird’s gemacht

    Schneide den Korken der Länge nach mit einem scharfen Messer in schmale Streifen. Kork lässt sich gut verarbeiten und ist stabiler als man denkt.

    Korken Anhänger -Korken durchschneiden

    Anschließend kannst du die Streifen in eine gewünschte Form zuschneiden – rund, oval, rechteckig, frei geformt.

    Korken Anhänger -Zurechtschneiden

    Den Schmuck-Haken, an dem später die Kette hängt, kannst du entweder vorher in den Kork eindrehen oder danach einsetzen. Ich habe einen Kettelstift zu einem Haken zurechtgebogen und ihn direkt in den Kork gesteckt – das funktioniert gut und sitzt fest.

    Jetzt kommt der schönste Teil: Sticke in den Farben und Mustern deiner Wahl rund um das Kork-Plättchen. Es gibt keine Vorgaben – ob geometrische Muster, bunte Streifen oder wilde Kombinationen, alles ist möglich.

    Korken Anhänger -besticken
    Korken Anhänger -Zwischenschritt
    Korken Anhänger -Zwischenschritt

    Zum Schluss hängst du eine Kette deiner Wahl an den fertigen Anhänger – und fertig ist dein Kettenanhänger aus Kork.

    Kork-Anhänger - fertig

    Wenn du das Ergebnis teilen möchtest, zeig es gern auf Instagram und tagge mich mit @theartisanswhisper. 🙂

  • Pumphose nähen – Schnittmuster und Nähanleitung für Kinder und Erwachsene

    Pumphose nähen – Schnittmuster und Nähanleitung für Kinder und Erwachsene

    Pumphosen eignen sich perfekt zum Chillen und Relaxen – je nach Stoff und Style lassen sie sich aber auch für einen entspannten Tag in der Stadt tragen. Als ich damals nach einer Anleitung für eine Pumphose für Erwachsene gesucht habe, fand ich fast nur Anleitungen für Babys und Kinder.
    Daher habe ich mir meine eigene Anleitung erstellt. In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du mithilfe einer eigenen Hose ein Schnittmuster erstellst und deine Pumphose nähst – ganz ohne eine Vorlage kaufen zu müssen.

    Pumphose fertig genäht

    Schnittmuster Pumphose erstellen – für Groß und Klein

    Infos zum Stoff:

    • Soft Sweat, mindestens 1 x 1 Meter
    • Bündchenstoff, mindestens 0,5 x 0,5 Meter

    1. Eigene Wohlfühlhose als Vorlage nutzen

    Die einfachste Methode, um ein passendes Schnittmuster zu erstellen, ist eine Hose zu nehmen, die gut sitzt und bequem ist. Diese Vorgehensweise lässt sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Babys anwenden.

    Klebe mehrere DIN-A4-Blätter zusammen, lege die Wohlfühlhose darauf und markiere die Ecken der Hose sowie die Schrittlinie. Plane dabei gleich eine Nahtzugabe von mindestens 1 cm ein und setze die Markierungen oben und unten großzügiger an.

    Pumphose nähen -abzeichnen

    Nimm die Hose vom Papier und verbinde die Markierungen mit einem Stift. Im Po-Bereich und im Schritt vorne setzt du die Markierungen etwas weiter nach außen. Den Po-Bereich zeichnest du im Vergleich zum Schritt noch ein Stück weiter nach außen und etwa 2 cm weiter nach unten.

    Pumphose - abzeichnen

    2. Schnittmuster ausschneiden und auf den Stoff stecken

    Schneide das fertige Schnittmuster aus. Lege den Stoff doppelt, rechts auf rechts. Lege das Schnittmuster auf und stecke es mit Stecknadeln fest.

    Pumphose nähen -abstecken

    Anschließend schneidest du den Stoff zu. Du hast nun zwei gleiche Teile vor dir.

    Pumphose nähen -zuschneiden

    Pumphose nähen – Schritt für Schritt

    Für alle Nähte habe ich einen breiten Zick-Zack-Stich verwendet. Stellen, die beim Tragen stärker beansprucht werden – wie der Schritt – habe ich zusätzlich mit einem geraden Stich verstärkt.

    1. Die beiden Stoffteile zusammennähen

    Als Erstes nähst du die Po- und Schrittseiten rechts auf rechts zusammen.

    Pumphose nähen - Schritt und Po nähen

    Falte die Hose anschließend so, dass die beiden Nähte (Po und Schritt) in der Mitte liegen. Stecke die Stoffkanten sauber mit Stecknadeln zusammen, damit beim Nähen nichts verrutscht.

    Pumphose nähen -Hose zusammennähen

    Nähe die Hosenbeine mit einem Zick-Zack-Stich zusammen und verstärke den Schritt mit einem geraden Stich.

    2. Bündchen vorbereiten und annähen

    Du benötigst zwei Bündchen für die Beine und eines für den Bauchumfang. Schneide sie jeweils doppelt so lang und halb so breit zu, wie sie am Ende sein sollen. Um die Breite zu ermitteln, legst du den Bündchenstoff fest um das jeweilige Bein bzw. den Bauch. Am Bauch darf es etwas enger sein, da Bündchenstoff gut dehnbar ist. Vergiss die Nahtzugabe an einer Seite nicht.

    Bündchen nähen für Pumphose

    Das Bauchbündchen wird nach demselben Prinzip angenäht wie die Beinbündchen. Hier am Beispiel eines Beinbündchens: Krempel die Hose links auf links um. Stülpe das Bündchen über das Beinende und befestige es mit Stecknadeln. Der Bündchenstoff muss beim Annähen gespannt werden, damit er gleichmäßig auf das Hosenbein genäht wird.

    Pumphose nähen -Bündchen anstecken

    Nähe das Bündchen mit einem Zick-Zack-Stich an und schneide den überstehenden Stoff vorsichtig ab.

    Pumphose nähen -Bauchbündchen annähen
    Pumphose - Bündchen umklappen

    Wenn alle drei Bündchen angenäht sind, ist die Pumphose fertig!

    Pumphose - fertig genäht

    Wenn du Fragen zur Anleitung hast oder etwas unklar ist, hinterlass mir gern einen Kommentar.

    Viel Spaß beim Nähen! 🙂

  • Webrahmen selber bauen – 2 Anleitungen

    Webrahmen selber bauen – 2 Anleitungen

    Mit einem Webrahmen lassen sich – je nach Größe – ziemlich schnell schöne Wandbehänge, kleine Deko-Teppiche, Armbänder oder andere kleine Schmuckstücke erstellen.

    Durch meine Stickerei-Projekte bin ich sehr oft auf Instagram unterwegs und folge dort vielen Künstlerinnen und Künstlern, die sich aufs Weben von Deko spezialisiert haben. Da Weben aber nicht zu meinen Hauptbeschäftigungen gehört und ich nur ab und zu etwas Kleineres weben möchte, wollte ich mir keinen teuren Webrahmen kaufen. Also habe ich mir überlegt, einfach selbst einen zu bauen. Und weil ich, wenn ich Feuer gefangen habe, meist nicht bei einem bleibe, sind es gleich zwei geworden. 😉

    Inspiriert hat mich dabei Eni von yeah-handmade.de mit ihrem Perlenwebrahmen. Beim Bauen bin ich dann aber etwas anders vorgegangen – und genau das möchte ich dir hier zeigen.

    Webrahmen selber bauen aus Pappe

    Einen Webrahmen aus Pappe zu bauen ist wohl die einfachste Variante. Alles, was du dafür brauchst, ist ein Stück Pappe, Garn, eine große Sticknadel und natürlich eine Schere. Der Rahmen ist in etwa 5 Minuten gebastelt.

    Schneide dir zunächst aus einem Karton ein Stück Pappe zurecht und knicke es rechts und links jeweils ca. 3 bis 5 cm nach oben:

    Ein Stück Pappe

    Um die Seiten zu fixieren, verbindest du sie jeweils mit einem Faden. Dafür stichst du mit der Sticknadel in die Enden ein, ziehst den Faden durch, führst ihn zur anderen Seite und verbindest ihn wieder mit der Ausgangsseite. Hier bildlich dargestellt:

    Faden durchziehen und Seiten verbinden

    Nun schneidest du entlang der Seiten mit der Schere die – etwa im Abstand von 3 bis 4 mm. Je mehr Rillen du hast, desto feingliedriger kann dein Webprojekt werden.

    Rillen für die Webfäden einschneiden

    Spanne anschließend ein langes Garn zwischen den Rillen hin und her – also von rechts nach links und wieder zurück. Und dann kannst du auch schon anfangen zu weben.

    Langes Garn zwischen den Rillen spannen und weben

    Webrahmen selber bauen aus Modelliermasse

    Die zweite Variante, die ich dir vorstellen möchte, ist ein Webrahmen aus Modelliermasse.

    Dafür brauchst du:

    • Lufthärtende Modelliermasse (ich persönlich bevorzuge die Do & Dry von Creall)
    • Kleine, aber längliche Nägel – ca. 12 bis 18 Stück (je nachdem, wie breit dein Webprojekt werden soll)
    • Modellierwerkzeug oder ein Messer, das du ausschließlich zum Basteln verwendest
    • Ein flaches Lineal oder einen anderen flachen Gegenstand, mit dem du die Modelliermasse platt drücken kannst
    Materiell für den Webrahmen mit Modelliermasse

    Arbeitsaufwand: Das Basteln geht relativ schnell (ca. 15 Minuten). Dazu kommt das Trocknen der Modelliermasse für etwa 2 Tage.

    So geht’s

    Forme zunächst mit den Händen eine längliche Form aus der Modelliermasse. Wenn sie lang genug ist (zum Beispiel für ein Armband), drückst du sie mit einem flachen Gegenstand wie einem Lineal platt, sodass sie nur noch 5 bis 6 mm dick ist. Anschließend schneidest du die Form mit einem Messer oder Modellierwerkzeug zu einem geraden Rechteck zurecht. Hier alle Schritte bildlich:

    Modelliermasse formen, platt drücken und zuschneiden

    Die kurzen Enden kannst du danach noch einmal leicht einrollen, sodass der Rahmen an diesen Stellen etwas nach oben steht – so haben die Nägel später besseren Halt:

    So sieht es dann von der anderen Seite aus:

    Nun nimmst du dir die Nägel zur Hand. Überlege, wie viele du einstechen möchtest – ich habe pro Seite sechs bis acht Nägel verwendet. Drücke sie so nah wie möglich nebeneinander in die Enden der Form. Achte darauf, dass sie gerade sitzen und nicht schräg, und dass der Abstand zueinander gleichmäßig ist.

    Das Gleiche machst du auf der anderen Seite. Anschließend lässt du deinen Webrahmen 1 bis 2 Tage trocknen. Nach einem Tag kannst du ihn einmal umdrehen, damit er gleichmäßig durchtrocknet.

    Und schon ist auch dieser Webrahmen aus Modelliermasse fertig:

    Damit lassen sich zum Beispiel hübsche Armbänder oder kleine Webteppiche zaubern. Besonders gern mag ich daraus kleine Deko-Anhänger – etwa als Schmuck für die Türklinke. Und auch fürs Kinderzimmer sind sie wunderbar: ein Mini-Webteppich als Deko oder sogar als kleines Stück für die Puppenstube.

    Ich hoffe, dir haben diese beiden Anleitungen zum Webrahmen-Selberbauen gefallen. Wenn du Fragen oder Anregungen hast, hinterlass mir gern einen Kommentar.

    Hast du Lust einzigartikel Schmuck zu erstellen, dann schau mal hier:

  • Die zwei Monster, die ich für meine Neffen nähte

    Die zwei Monster, die ich für meine Neffen nähte

    Werbung – dieser Beitrag entstand im Rahmen des Creator-Programms von Crazypatterns.

    Als ich diese beiden Monster genäht hatte, hatte ich selbst noch kein Kind. Zu der Zeit verbrachte ich viel Zeit mit meinem kleinen Neffen Ben – er war damals etwa fünf Jahre alt, sein älterer Halbbruder Luca ungefähr sieben. Luca lebte bei seiner Mutter, schon damals weit weg von uns. Der Kontakt zu ihm bzw. zu seiner Familie, bei der er wohnte, war nie besonders eng. Rückblickend ist das schade, aber das Leben ist manchmal komplizierter, als man es in wenigen Worten erklären kann. Dennoch dachte ich oft an ihn und daher waren die beiden, Ben und Luca, meine Inspiration für diese Monster und ihre Namen.

    Türstopper Monster

    Ich nähte also zwei süße Monster. Das, welches ich Ben nannte, bekam auch tatsächlich Ben. Das Monster mit dem Namen Luca haben meine Eltern adoptiert.

    Ben hat sich damals riesig gefreut – allerdings hat er es nicht ganz so genutzt, wie ich es geplant hatte. Statt es als Türstopper zu benutzen, nahm er es erstmal mit zum Kuscheln ins Bett. 😊
    Später irgendwann, hat er es dann tatsächlich auch als Türstopper verwendet. Wie auch immer er es verwendet hatte, es hat ihm Freude bereitet und das war für mich das Wichtigste.

    Wie ging es mit den Monstern weiter?

    Was letzten Endes aus Bens Monster geworden ist, weiß ich nicht. Ich habe es noch einige Zeit bei einem Besuch in seiner Wohnung gesehen. Aber irgendwann verliert man solche Dinge ja aus den Augen, gerade wenn aus kleinen Jungs langsam Teenager werden. Die haben ja ganz andere Dinge im Kopf und in ihrem Zimmer.

    Das Monster meiner Eltern dagegen hat ein deutlich beständigeres Leben. Es steht bis heute bei ihnen im Wohnzimmer, direkt an der Tür – und wird tatsächlich noch als Türstopper benutzt. All die Jahre, in denen Ben vom Kindergartenkind zum Teenager wurde, hat dieses kleine Monster mit dem Namen seines Halbbruders treu seinen Posten gehalten.

    Und während das kleine Monster all die Jahre an seinem Platz blieb, hat sich der Kontakt zum echten Luca inzwischen zum Glück verändert. Er sucht mittlerweile von sich aus den Kontakt und besucht uns ab und an. Und wenn er da ist, merkt man, dass er es von ganzem Herzen will und die Zeit mit uns sehr genießt – und wir natürlich mit ihm. Vielleicht trägt das kleine Monster mit seinem Namen ein gutes Omen in sich und sorgte all die Jahre dafür, dass der Kontakt allmählich wieder aufleben konnte.

    Ich frage mich auch manchmal, was wohl aus dem Ben-Monster geworden ist? Vielleicht liegt es noch irgendwo in einer Kiste, aussortiert, als die Kinderzimmer-Deko langsam Jugendzimmer-Deko wurde? Vielleicht ist es längst nicht mehr da? Oder – und das ist die Version, die mir am besten gefällt – es liegt gerade jetzt irgendwo zwischen Umzugskartons, denn Ben und seine Familie ziehen bald in ein neues Haus.

    Wie geht es mir damit heute?

    Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, ist da keine Wehmut, eher ein leichtes, warmes Gefühl. Ich hatte damals noch keine eigene Tochter, aber der Drang, mit den Händen etwas zu erschaffen, das jemandem Freude macht, war immer schon da. Und vielleicht ist genau das der Grund warum diese Anleitung bis heute so gut funktioniert: Die Anleitung entstand aus echter Zuneigung zu zwei kleinen Jungs, deren Wege mit uns ganz unterschiedlich verlaufen sind und sich doch beide auf ihre eigene, schöne Art entwickelt haben.

    Falls du also Lust bekommen hast, dir oder jemandem in deinem Leben ein eigenes kleines Monster zu nähen: Die vollständige Anleitung mit Schnittmuster für beide Monster, Luca und Ben, findest du als Anleitung auf Crazypatterns. Ein einfaches, liebevolles Geschenk, das offenbar bei vielen Kindern ankommt, genau wie damals bei Ben.

    Hier erfährst du die Geschichte über das Taj Mahal Stickmuster:

    Und hier kannst du die Geschichte zum Milford Sound Stickmuster lesen:

  • Abschied vom Schnuller – und eine Fee, die über Nacht entstand

    Abschied vom Schnuller – und eine Fee, die über Nacht entstand

    Die Geschichte mit dem Schnuller war für uns sehr langwierig.
    Eigentlich wollte ich, dass meine Tochter ihn schon mit zwei Jahren abgibt. Wir haben wirklich alles versucht: den Schnullerbaum, das Abgeben an den Weihnachtsmann, oder an den Osterhasen… nichts davon hat funktioniert. Irgendwann hatte ich das Buch „Hallo, kleine Schnullerfee“ von Ravensburger gekauft und las es ihr immer wieder vor – die Geschichte von der Fee Lulu, die dem kleinen Mats hilft, auch ohne Schnuller einzuschlafen.

    Hallo, kleine Schnullerfee

    Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es das Buch war, das den Ausschlag gab, um den Schnuller abzugeben. Sie hat das Nuckeln einfach nach und nach reduziert, weil sie älter wurde. Irgendwann brauchte sie den Schnuller nur noch nachts, manchmal wirklich nur zum Einschlafen.

    Und dann, vor ein paar Wochen, wollte sie das Buch wieder ganz intensiv vorgelesen bekommen. Mittendrin sagte sie plötzlich, dass sie auch möchte, dass die Schnullerfee zu ihr kommt und ihr ein Geschenk bringt. Ich sagte ihr, sie solle mir einfach Bescheid geben, wenn sie so weit ist. Ein paar Tage hörte ich nichts. Und dann, an einem ganz normalen Abend, war es plötzlich so weit: Heute, hatte sie gesagt, heute gebe ich alle drei verbliebenen Nuckel ab. Und weil es drei Schnuller sind, möchte sie auch drei Geschenke.
    Da wollte ich gar nicht diskutieren – das fand ich nur fair. Es gab nur ein kleines Problem: Ich hatte bloß zwei kleine Geschenke daheim. Für das dritte musste ich mir also über den Abend hin etwas überlegen.

    Wenn die Idee einmal da ist, muss sie sofort umgesetzt werden

    Und genau in diesem Moment passierte das, was bei mir eigentlich immer passiert: Mir schwirrten sofort die Ideen durch den Kopf: Ich könnte doch eine kleine Lulu basteln – die Schnullerfee aus ihrem Buch, in Miniatur. Ein bisschen nervös war ich schon, denn die Zeit war knapp. Also sorgte ich dafür, dass meine Tochter zeitig ins Bett kam, und gegen acht Uhr abends setzte ich mich an den Tisch.

    Material hatte ich zum Glück alles da: Filz, Pfeifenreiniger, eine Holzkugel, Nadel und Faden… Ich wusste ziemlich genau, wie ich sie bauen wollte. Nur die Flügel machten mir zu schaffen. Erst versuchte ich es mit Papier, aber das wollte nicht gelingen. Also googelte ich – und stieß auf Instagram auf eine schöne Idee mit Frischhaltefolie und Föhn. Eigentlich war die für große Feenflügel an Kostümen gedacht, gemacht mit Draht und Folie. Ich musste es für meine kleine Lulu abwandeln: Ich schnitt die Flügel aus Papier aus, bemalte sie bunt, streute Glitzer drüber (ganz wichtig!), wickelte Frischhaltefolie darüber und schmolz sie mit dem Föhn so an, dass sie fest wurde. Das Ergebnis war, ehrlich gesagt, eher mäßig. Aber im Gesamtbild fiel das nicht weiter auf. Nach etwa zweieinhalb Stunden war meine kleine Lulu fertig.

    Schnullerfee selsbt gebastelt
    Schnullerfee selsbt gebastelt

    Der Morgen danach

    Am nächsten Morgen kam der Moment, für den ich das alles gemacht hatte. Meine Tochter fand ihre drei Geschenke – und sie erkannte die kleine Fee sofort. Lulu! Sie war restlos begeistert und hat keine Sekunde daran gezweifelt, dass die Fee aus ihrem Buch sie tatsächlich besucht hatte. Den ganzen Morgen spielte sie mit ihrer Miniatur-Lulu, und sie wünschte sich sogar, dass ich die Fee am Nachmittag mitbringe, wenn ich sie von der Kita abhole.

    Genau dieses Gesicht – das war der Grund, warum ich mich abends noch hingesetzt hatte. Ich hätte es einfacher haben können, klar, aber ich wollte ihr diese Freude machen, ich wollte sehen, wie sie strahlt, wenn plötzlich eine kleine Lulu in ihrer Geschenkbox liegt.

    Und wenn ich ehrlich bin, ist das ziemlich typisch für mich: Ich bin schnell für eine Idee zu begeistern und muss sie dann auch sofort umsetzen – sonst verliere ich das Interesse wieder. Diese Eigenschaft sorgt zu Hause durchaus für das eine oder andere unvollendete Projekt. Aber in dieser Nacht hat sie etwas Schönes hervorgebracht: einen kleinen Zauber, der genau im richtigen Moment fertig wurde. Und ich war ein bisschen stolz auf mich, dass es (fast) so geworden ist, wie ich es mir ausgemalt hatte.

    Ich hoffe, dir hat diese kleine Geschichte gefallen. Vielleicht dient sie dir als Inspiration für deine eigenen kleinen spontanen Projekte, vielleicht zaubert sie dir auch einfach nur ein Lächeln in Gesicht … was es auch ist, ich freue mich, dass ich dir davon berichten konnte. 🙂